Joleena. Fashion Blog from Hamburg.

Sunday, January 25, 2015

Ich. bin. nicht. perfekt.

Jetzt schreibe ich einen Beitrag, den ich als erstes mit "private" tagge. Das mache ich öfters. Dann schreibe ich drauf los und überlege, ob ich den Artikel wirklich veröffentliche und meistens entscheide ich mich am Ende dafür, es bleiben zu lassen. Mal sehen, ob ihr den Text nun zu lesen bekommt.
Selten veröffentliche ich diese Texte, denn die persönliche und ehrliche Meinung ins Netz zu stellen, bietet eine enorme Angriffsfläche, weil Menschen das Internet oft und gerne anonym nutzen um ihren Frust, ihre negativen und fiesen Gedanken loszulassen oder als Ventil, in dem sie einfach wahllos haten. Wo im echten Leben genau diese Leute nicht den Arsch in der Hose haben zu ihrer Meinung zu stehen und lieber mit der Kollegin heimlich lästern gehen oder eine schlechte Erziehung genossen haben - was auch immer die Gründe dafür sind. Man muss im Internet noch stärker sein, als in der realen Welt; natürlich gibt es hier genauso Gesetze und Regeln, aber einen anonymen Kommentar zu setzen, einen Menschen damit zu treffen - ach, das ist so einfach, das wird selten nachverfolgt, aber: Es trifft den Menschen, der ihn bekommt. 

Warum ich meine privaten Gedanken seltener ins Netz trage, liegt aber auch daran, dass ich meine Meinung auch außerhalb der digitalen Welt lieber äußere, wenn ich danach gefragt werde. Ich habe keine Lust, darüber zu diskutieren, warum ich mich wie ernähre, warum ich an dieses und jenes glaube, warum ich die und die Partei wähle und warum ich gerade bei dem und dem Label gekauft habe. Nur, wenn jemand mit mir darüber reden will oder man sich sehr gut kennt. 
Es gibt aber eine Bloggerin, die genau das gemacht hat. Sie hat sich dafür entschieden, etwas Gutes zu tun, nämlich nachhaltige Mode zu promoten in einer Konsumwelt, die wir Fashionblogger mit jedem Kauf und jedem Outfitbild weiter pushen. Ich bewundere dieses Mädchen dafür, dass sie von ihrem Blog leben kann, dass sie 2014 Kooperationen im Wert von 15.000€ abgelehnt hat, weil diese Marken nicht nachhaltig genug waren, dass sie ihre Reichweite nutzt um Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass wir etwas besser machen könnten. Ich bewundere sie dafür, dass sie sich traut, ihre Meinung zu sagen und sich der Community stellt, die z.T. nicht fieser an sie herantreten könnte. (Unten erfahrt ihr um wen es geht.)

Obwohl mir oft dazu geraten wurde (weil es Klicks und Aufmerksamkeit bringen könnte, ist ja grad so trendy) schrieb ich nie über vegane Ernährung. Obwohl ich oft danach gefragt wurde, schrieb ich nie meine Meinung zu aktuellen Themen. Seit über 4 Jahren lebe ich vegan. Und wisst ihr was? Ich muss darüber ständig diskutieren. Ich werde mit Vorurteilen, Behauptungen und kritischen Nachfragen beworfen. Ich fing an, Wörter wie "behindert" und "schwul" als Synonym für "bescheuert" aus meinem Wortschatz zu streichen, weil sie diskriminierend sind. Und ich lebe seit jeher nach der goldenen Regel "Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg auch keinem Anderen zu." - das wurde mir so beigebracht und heute nennen wir das ganz lässig "Karma", und DOCH halten sich so wenige daran - vor allem nicht im Internet. 

Nö. Ich bin nicht perfekt. Ich lehne dogmatische Ansätze ab. Ich habe kürzlich Lederschuhe als "Geschenk" akzeptiert. Ich habe erst vor einer Weile meine Feder-Bettdecken ausgetauscht. Ich mache inzwischen oft und viele Ausnahmen und esse eben doch "nur" vegetarisch. Ich habe bei h&m seit Jahren quasi monatliche Fixkosten. Ich fahre manchmal Auto, obwohl Bahn auch 'ne Möglichkeit gewesen wäre. JA MAN, ich mach nicht alles richtig und perfekt. Aber ich zeige nicht mit dem Finger auf die Menschen, die versuchen ein paar Dinge richtig zu machen und davon berichten, sondern auf die, die andere genau dafür kritisieren und an den Pranger stellen. Jene Menschen, die egoistisch sind und sich um gar nichts auf dieser Welt kümmern. Weil: Wir ja doch nur ein Staubkorn in dieser Evolution sind - nach mir die Sintflut - I DON'T CARE.     

Ich geb' mir Mühe, ich geb' mein Bestes, ich hinterfrage mich und mein Handeln ständig und ich könnte ganz klar noch besser sein. Ich könnte diesen Modeblog zu einem Charityblog machen. Ich könnte, könnte, könnte und ich werde immer etwas haben und machen, das nicht zu 100% korrekt ist. Aber ich mach gern, was ich tue und versuche an anderer Stelle etwas Gutes zu tun. Und Maddie von Dariadaria sollte genau das weiterhin tun, was sie da tut. Umso trauriger war ich als ich nun als ich das hier lesen musste. Vielleicht können wir alle Maddie unterstützen und ermutigen weiterhin genau das zu tun, was sie tut und hoffen, dass sie alle Beleidigungen und Kritik ausblenden kann. Bitte, liebe Maddie, mach weiter, sei ein Vorbild - öffentlich und privat.



Wednesday, January 21, 2015

Berlin Look 01.




OUTFIT
pullover - armed angels 
new york yankees cap - planet sports, hamburg
skirt - gina tricot
shoes - nike
photos - binse

Sunday, January 18, 2015

Wicked game.







OUTFIT
pullover, jacket - zara 
jeans - asos, similar here
shoes - adidas neo
bag - nike
photos - Mel
music - chris isaak/ wicked game 



Saturday, January 3, 2015

2014 - der Blog erzählt.

Wusstet ihr eigentlich schon, dass mein Blog auch schreibt? Und zwar ziemlich FRECH! Aber ich übergebe nun:

Hallo, ich bin ein Blog und meine Schreiberin hat mich Joleena getauft. Sie erzählt mir sehr oft, was sie so macht und fühlt und was sie so anzieht und ich zeig euch das dann. Ich bin ein bisschen schwierig, ich glaub, weil meine Mama Blogspot und mein Papa Google heißt. Meine Eltern haben mir eine Uniform gegeben, die mir nur wenig gestalterische Möglichkeiten lässt. Außerdem komprimiere ich gerne Bilder auf eigene Faust. Hab schon des Öfteren überlegt, mich von Wordpress adoptieren zu lassen und einfach auszuziehen. Mal schauen, ob wir das 2015 endlich hinkriegen! Aber jetzt soll ich erstmal aufhören zu meckern und von 2014 erzählen.




Im Januar wachte Madame sturzbetrunken auf dem Badezimmerboden auf. Die Geschichte hat sie natürlich lang, breit und sehr detailliert hier beschrieben. Fehlte eigentlich nur noch, dass sie die Farbe ihre Unterwäsche beschrieb. Wenigstens kann ich euch diese Bilder hier zeigen. Da war noch alles "ganz okay". 

Schlimm wurde es allerdings so ungefähr von Februar bis Mitte Mai. Da kamen immer nur so vereinzelt Geschichten rübergewachsen. Ich kann euch auch sagen, warum! Erst ging sie auf große Weltreise (Rom, Shanghai, Australien, London) und berichtete darüber ALLEN ERNSTES NICHT HIER, sondern auf einem anderen Blog, obwohl sie eigentlich hätte Abschlussarbeit in der Uni machen müssen. Und dann kam sie wieder, und saß von morgens bis nachts am Laptop. Denkt ihr, dass sie sich in dieser Zeit mit mir beschäftigt hat?! NÖÖÖÖ. Ich hab auch Bedürfnisse! Ich will gepflegt, gefüttert und gestriegelt werden. Und zwar regelmäßig, sonst haut ihr ja schließlich auch bald ab. 
Und als sie dann endlich fertig war mit dem Studium, ging der Laptop zu. 2 Wochen lag Miss Delirium of Erschöpfung im Bett. Und ganz ehrlich? Die hat nichts geschissen gekriegt. Im April sollte sie eigentlich einen neuen Job haben und eine neue WG. Sind ja nur so ganz nebenbei bemerkt ungefähr die essenziellsten Dinge, die man im Leben so braucht - klar, da würde ich auch einfach erstmal gechillt auf Burnout machen und im Bett bleiben. 




Die Wohnung wurde ab Mai immerhin mal wieder verlassen um Laufen zu gehen. Und da schien meine Autorin auch wieder der Ehrgeiz zu packen. Akku aufladen durch Sport? Hab ich jetzt auch noch nicht wirklich gehört. Aber ich bin ja auch erst 5 Jahre. (WAS ÜBRIGENS AUCH NOCH NICHT GEFEIERT WURDE...!!) Aber am Ende des Monats unterschrieb sie dann einen Arbeitsvertrag als Junior AD und konnte zwischen drei Zimmern wählen. Ging ja dann doch alles ganz gut, trotz der wochenlangen Heulerei. Und endlich wurde wieder durchgeschlafen. Eine semigute Erklärung könnt ihr hier nachlesen.
Und dann am letzten Tag vor Einzug in die Arbeitswelt ging auch schon wieder halbnackig am Elbstrand rumrennen (Bild1) oder mit Pablo durch die Hamburger Hafencity tingeln (Bild2).



Im Juni gab es insgesamt drei Postings, was für meinen und euren Geschmack etwas dürftig ist. Aber wir verstehen, dass ein Vollzeitjob eben sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Und solange wir hier immerhin was von Crops und weißen Sneakern sehen können, kann ich damit leben. Ihr kennt das ja bestimmt mit Diäten und so, da darf man sich nach einer langen Dürrezeit nicht gleich so vollstopfen. Jojo-Effekt und so.
Übrigens war Madame im Juni in Barcelona. Davon weiß ich aber auch nur von Instagram, persönlich hat sie mir noch nichts erzählt. Bezweifel auch stark, dass da noch was kommt.







She's back, back - SUPRISE! Und feierte prompt im Juli 25-jähriges Jubiläum - gemeinsam mit ABOUT YOU. "Fotos sind in einem ganz tollen Team entstanden, vielen Dank nochmal an Pablo, Insa und Axel!", sollte ich jetzt gerade nochmal ergänzen. 


Im August gingen einige schöne Postings online - zumindest sahen das andere so - denn der Beitrag zu Bild1 wurde als bestes Outfit mit 200€ prämiert und der Beitrag zu Bild2 gewann den ersten Platz beim Beliya-Preis "Bester Bloggerbeitrag" und wurde mit einem 500€ Shoppinggutschein von ABOUT YOU belohnt. 
Außerdem gingen die Haulsister-Videos online zum Surf&Skate Festival Hamburg.



#getnaked war eine so vielversprechende Überschrift. Aber so ganz naked war dann wohl doch nicht drin im September. 






Im Oktober ging es nach Stockholm für 5 Tage (Bild2)! So, könnt ihr mir jetzt bitte kurz erklären, wieso dann plötzlich in diesem Monat 15 Beiträge hier veröffentlicht wurden? Ich glaub das Ziel alle 2-3 Tage einen Post zu veröffentlichen ist einfach mal aufgegangen - bedeutete aber: Nach 8 Stunden Arbeit noch ran an den Laptop und 3 Stunden bloggen. Am Wochenende? Auch. Freunde? Ähhhh... Erholung? Ähhh... Super gut, das nächste Tief kann kommen. Aber da oben seht ihr meine liebsten Outfits aus diesem Monat. 




November. In diesem Monat hat euch der Diss-Post auf Berlin tatsächlich am Besten gefallen. Nur so nebenbei an alle Berliner: War gar nicht böse gemeint.



Dezember stand ganz im Zeichen von Marokko. Der Post hierzu wurde allerdings auf 2015 verschoben. Am besten hat euch auf Facebook ihr Shoppinghaul-Video aus der Apotheke gefallen. Zu sehen hier.
Das Schlusswort möchte ich dann doch lieber wieder an meine Schreiberin abgeben, sie guckt auch schon ganz böse über meine Umgangssprache und meine gemeinen Sätze. Macht's jut und vielleicht bis in einem Jahr!

UNFASSBAR! Überlässt man dem Blog mal das Reden, dann ist er ganz schön schlecht erzogen (Ich erinnere an dieser Stelle kurz an die Eltern...). Wie soll ich es sagen, ohne emotional zu werden. 2014 war doch irgendwie das schlimmste und schönste Jahr zugleich. Schlimm, weil es mir das pure, echte Leben gezeigt hat, schön, weil ich noch nie so viel von der Welt gesehen, gelernt habe und: Weil das Jahr nun rum ist. Ich freue mich sehr auf 2015!

Sunday, December 28, 2014

Life takes you to unexpected places in order to come home.

Wo es am Schönsten ist? In der Heimat. Dort, wo wir groß geworden sind, viel gelernt haben, wo wir unbedingt wegwollten, ausbrechen wollten, aber nun (wenn auch zu selten) wieder zurückkehren können, mit offenen Armen begrüßt werden, und Urlaub machen. Dort wo der Ofen brennt und der Hund geduldig wartet, bis wir mit ihm rausgehen. Dort wo die Luft nach Seeluft riecht, und die Weiden nach Kuhmist. 
Damals feierten wir an diesem Strand Parties. Und heute tun wir das immernoch. In der 10ten Klasse schliefen wir eingemummelt in Decken und Schlafsäcken am Lagerfeuer, heute fahren wir mit dem Taxi in unser eigenes Bett, das gefühlt eine Stunde den Weg nach Dangast finden muss. 
Damals gingen wir hier spazieren, und heute ebenso. Aber hatte uns jemals jemand gesagt, dass wir das mehr zu schätzen wissen müssen? Nein, mir nicht. Ich musste erst in die Welt hinaus und die Stadtluft atmen. Ich musste erst zuhause raus um zu wissen, wie schön es bei der Familie ist. Nun kehre ich an den Weihnachtstagen gerne zurück. Hier ist Urlaub, Entspannung, Vorbereitung auf 2015. In diesen Tagen darf ich wieder Kind sein.

___
Varel, Dangast. 26.12.14



OUTFIT
pullover - Vila via Edited
jeans - h&m
shoes - Zalando
coat - ReservedCoats here
bag - beliya

Saturday, December 20, 2014

You should know where I'm coming from.

Wenn mich etwas wirklich berührt, dann der richtige Text in der richtigen Stimme mit der richtigen Melodie. Das passiert mir täglich ungefähr 20mal, was wiederum damit etwas zu tun haben könnte, dass ich fast den ganzen Tag Musik höre. Mit den richtigen Liedern. Jetzt gerade höre ich das Album "Goddess" von Banks rauf und runter und entdecke immer wieder neue Seelenstücke. (Damit meine ich diese Songs, die man nie wieder vergisst und alle paar Monate wieder hervorkramt und glücklich ist, das jemand so etwas Gutes produziert hat.) Hört rein.



What if I say I'd break your heart?
What if I say I have problems that made me me?
What if I knew I would just rip your mind apart
Would you let me out?
Maybe you can stop before you start
Maybe you can see that I just may be too crazy to love
If I told you solitude fits me like a glove
Would you let me out?

You ought to know where I'm coming from
How I was alone when I burned my home
And all of the pieces were torn and thrown
You should know where I'm coming from

What if I said I was just too young?
What if I said I was built on bricks of carelessness and crumbs
What if I said I'd be gone before I could come
Would you let me out?